300 Wünsche für Familien bei Bündnisgründung in Höxter
„Mutter Beimer“ aus der Lindenstraße übernimmt Schirmherrschaft für das Lokale Bündnis in der Weserstadt
„Kinder sind Hoffnung für das Leben und Zukunft für die Welt“, so stimmten die fast 100 Kinder der Chöre Viva Voce und Viva Vocina am 17. März auf die Gründung des Lokalen Bündnis für Familie in Höxter ein. Mehr als 500 Besucher waren in die Stadthalle gekommen, um sich für mehr Familienfreundlichkeit einzusetzen. Ganz besonderen Glanz brachte die prominente Schirmherrin in die festliche Gründungszeremonie. Die Schauspielerin Marie-Luise Marjan, bekannt als „Mutter Beimer“ aus der Lindenstraße, hob in ihrer Ansprache die Bedeutung der Familie hervor: „Familie ist für viele Menschen der Sinn des Lebens. Dennoch ist mittlerweile jede folgende Generation um ein Drittel kleiner.“ Die engagierte Botschafterin für die Kinderhilfsinitiativen Unicef und Plan International nahm sich viel Zeit, um mit den großen und kleinen Teilnehmern über die Pläne und Ideen für eine familienfreundlichere Stadt zu diskutieren. Ihr Appell an die Anwesenden: „Wir müssen versuchen, den Alltag von Familien zu erleichtern. Die Bürger von Höxter haben jetzt die Chance, die Belastungen für Familien zu erkennen und zu verbessern.“
Starker Zuspruch für mehr Familienfreundlichkeit
Auf einem Ideenspaziergang konnten die Besucher zu den geplanten Handlungsfeldern Betreuung und Bildung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Generationen miteinander, Integration oder Familienfreundliches Lebensumfeld über Vorschläge diskutieren und Gedanken austauschen. Spontan trugen sich viele Personen in die Arbeitsgruppen ein, um sich zukünftig in der Bündnisarbeit zu engagieren. „Mich freut besonders der bunte Hintergrund der Interessenten. Mit so unterschiedlichen Partnern schaffen wir Vielfalt in unserer Arbeit und damit den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus“, freute sich Marion Kunisch, Sprecherin des Arbeitskreises Betreuung und Bildung. So werden sich in Zukunft neben den sozialen Institutionen wie das Diakonische Werk und Paritätischer Wohlfahrtsverband auch die Bundeswehr, ortsansässige Schulen, der Hausfrauenbund, die Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokratischen Frauen auch eine Reihe von Privatpersonen aktiv für mehr Familienfreundlichkeit einsetzen.
Bürgermeister Hermann Hecker lobte die Bündnis-Idee als eine moderne Form des politischen Engagements: „Ein Bündnis verbindet Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein mit einer unbürokratischen Unterstützung für Familien. Jeder kann sich hier einbringen und so die familienfreundliche Zukunft von Höxter mitgestalten“, forderte das Stadtoberhaupt die Bürger und Bürgerinnen der Weserstadt auf.
Viele Ideen – klare Ziele
Obwohl Höxter sich schon lange für Familien engagiert, kann noch vieles verbessert werden. „Wichtig für uns ist ein starkes Netzwerk, in dem junge Menschen alten Menschen helfen und umgekehrt“, so Marie-Luise Ahaus, 1. Vorsitzende des Hausfrauenbundes und Sprecherin des Arbeitskreises Generationen miteinander. „Bedarf gibt es bei den Betreuungsplätzen für Kinder ab ein und zwei Jahren“, erklärt Marion Kunisch. „Wir wollen als nächsten Schritt die mittelständischen Unternehmen gewinnen, sich aktiv zu beteiligen.“ Allen Arbeitskreisen ist ein Ziel besonders wichtig: Unbürokratisch Hilfe zu leisten. Mehr als 300 Wünsche hatten die Besucher während des Tages auf Zetteln an ein Band geknüpft und so ein „Wunschnetzwerk“ geschaffen. „Mit so viel Rückenwind kann unsere richtige Arbeit jetzt los gehen“, sagte Arbeitskreis-Sprecherin Ahaus.
Nähere Informationen über das Lokale Bündnis für Familie in Höxter erhalten Sie von Sabine Hasenbein, sie ist zu erreichen unter:
Tel. 05271 / 963 4501 oder s.hasenbein@hoexter.de
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Informationen über die bundesweite Initiative sind im Internet abrufbar unter:
Hintergrund
Die Initiative Lokale Bündnisse für Familie wurde Anfang 2004 vom Bundesfamilienministerium ins Leben gerufen. Ein Lokales Bündnis für Familie ist der Zusammenschluss verschiedener gesellschaftlicher Gruppen mit dem Ziel, die Lebensbedingungen für Familien vor Ort durch konkrete Projekte zu verbessern und vor allem Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. 375 Bündnisse sind in der Initiative bereits aktiv, über 270 weitere Bündnisgründungen sind in Vorbereitung (Stand: 16.03.07).
In den Kreisen, Städten und Gemeinden mit einem Lokalen Bündnis leben über 38 Millionen Menschen. Die Initiative wird aus Mitteln des Bundesfamilienministeriums und des Europäischen Sozialfonds finanziert.
